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Netzwerker stellen sich vor: Andreas Heuberger – Rhein-Main-Netzwerk e.V.

networkingscout: Warum erlebt das Thema networking derzeit einen solchen Boom?

Herr Heuberger: Networking boomt, weil in einer zunehmend, teils sehr rasant sich globalisierenden Welt, einer forcierten, oft fast auswechselbaren Angleichung von Produkten und Leistungen, d.h. zusammengenommen einem deutlich wettbewerbsintensiveren Umfeld “der menschliche Faktor” immer mehr zum ausschlaggebenden Faktor für den Geschäftserfolg ist.
Die heutigen Formen und Institutionen des Netzwerkens (allen voran:
OpenBC, das mittlerweile führende europäische Online-Business-Netzwerk) sind erst die Vorläufer eines Megatrends, welcher sich analog zu manchen Entwicklungen im Internet (google, eBay, wikipedia) einerseits zu einer regelrechten Branche (mit Professuren an Hochschulen) und andererseits zu einem unentberhrlichen Querschnitts-KnowHow für jeden im Wirtschaftleben entwickeln wird (bereits jetzt vorhanden: Grundlagen-Seminare und Coachings zu “Power-Networking”, und einzelnen Spezialaspekten).
Ganz praktisch gesehn: Wie viele Trends kommen hier Begriff und Sache wieder mal (und verbreiten sich quasi-osmotisch) von jenseits des Ozeans.
“Amerikanische” Verhaltensweisen und Umgangsformen sind im Berufsleben angesagter denn je. Dazu gehört nicht zuletzt auch das lockere “Hi, I´m Joe, and how are you?”, SmallTalk, eine freundlich-optimistische Lebenseinstellung, und alles, was damit zusammenhängt.

networkingscout: Bitte schildern Sie Ihre persönliche Philosophie zum Thema Networking.

Herr Heuberger: Als praktischer “Graswurzel-Netzwerker (seinerzeit hieß es natürlich noch nicht so) habe ich Menschen miteinander bekanntgemacht (in den letzten drei bis fünf Jahren insbesondere auch als Vorsitzender des RheinMainNetwork und als TopTen-Kontakter beim OpenBC), diese wiederm mit Ideen verbunden und teils zu Propjekten verdichtet. Seit mehr als 20 Jahren habe ich dabei zahlreiche, selbsterfahrene Sackgassen, Umwege und Schnörkel mitgemacht, “wie im richtigen Leben” eben, Erfahrungen, die andere ab sofort nicht unbedingt immer wieder neu machen müssen.
Ich versuche meinen Gesprächs-/Kontaktpartner ernst zu nehmen. Ich spreche (zunächst einmal, beim Erstkontakt) mit jedem, auch mit vermeintlichen “Losern” oder “Pennern”. Hinter manchem Träger eines ungewaschenen Haares verbirgt sich ein formidabler, im Ernstfall praktisch unersetzlicher, regionaler Handwerker, oder gar ein (z.B. osteuropäisches oder indisches) Software-Genie.
Dieses Ernstnehmen signalisiere ich in erster Linie mit aktivem Zuhören (eine nicht-triviale Kommunikationsdisziplin, welche schätzungsweise vier von fünf Menschen nicht professionell praktiziert (d.h.
bewußt-systematisch), und ein großer Teil noch nicht einmal kennt, geschweige denn anwendet). In beinahe jeder geschäftlichen Situation versuche ich, die Perspektive des Kunden / Gegenüber einzunehmen, frage ich mich (als so selbsttituliertes “Trüffelschwein”), was dem Gegsprächspartner praktisch-direkt-alltäglich nutzen könnte, und umgekehrt, wem im Netzwerk könnten die Informationen des Gegenüber nutzen, und beiden Seiten (als
“Matching”) Hinweise aufeinander zu geben.

networkingscout: Welche fünf Fehler sollte man zum Thema networking vermeiden.

Herr Heuberger:
1.)
Erwarten Sie keine Wunder “über Nacht”.
- Ein Einsatz von mindestens 18 Monaten in Ihrem jeweils fixierten Umfeld ist in aller Regel mindestens für einen kalkulierbaren Erfolg notwendig.

2.) Übernehmen Sie sich zeitlich nicht.
- Motto: Lieber 2,5 Stunden je Woche über 18 Monate konstant durchgehalten, denn als “Strohfeuer” aufzulodern, und nach kurzer Zeit demotiviert, erschöpft und enttäuscht aufzugeben.

3.) Networking ist kein System von Tricks und Kniffen, die man (wie ein
Schauspieltext) einmal (auswendig) lernt und dann automatisch erfolgreich anwendet.
- Networking ist vielmehr “Arbeit” im engeren Sinn des Wortes, d.h. mit einem Einsatz von Zeit, Geld und “Nerven” und “Arbeit an sich selbst”.
Authentizizät, glaubwürdiges Auftreten ist die conditio sine qua non, d.h.
evtl. notfalls (über längere Zeit) 1-2-3 Stufen “unterhalb” oder “außerhalb”
des bisherigen, eigenen Feldes/ Anspruches.

4.)
Nie respektlos oder negativ über andere sprechen.
- Man sieht sich (als Netzwerker allzumal) nicht nur zweimal im Leben, sondern bedeutend öfter. Ganz im Gegenteil sollte der Dreiklang aus positivem Denken, Reden und Handeln eine Richtschnur für sich selbst sein.

5.) Last not least ein wenig provokativ (und nur wenig überzeichnet):
Netzwerk-Erfolge sind letztlich nicht möglich ohne eine entsprechend verinnerlichte und gelebte Einstellung, ja sind beinahe einer
Charakterfrage:
- Netzwerken “funktioniert” nicht ohne eine kontrollierte, pro-aktive “Kreditvergabe” ans Umfeld, als Vertrauens- und Kontaktvorschuß. Merke
(s.a.o.): Den richtigen Handwerker zur rechten Zeit vermittelt zu haben, ist oft mehr wert, als eine lange Kette von klassischen Meetings mitzumachen.

networkingscout: Herr Heuberger - wir danken Ihnen ganz herzlich!

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